Der Insolvenzverwalter & der Sachwalter

Der Insolvenzverwalter ist in einem Insolvenzverfahren die zentrale Person, da mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das schuldnerische Vermögen auf ihn übergeht. Der Insolvenzverwalter ist nicht lediglich gesetzlicher Vertreter der Insolvenzmasse. Er handelt vielmehr als amtliches Organ (Amtstheorie) mit unmittelbarer Wirkung für und gegen die Insolvenzmasse. Dabei tritt er im eigenen Namen auf, jedoch handelnd als Insolvenzverwalter über das Vermögen des Schuldners.

Der Insolvenzverwalter erhält vom Insolvenzgericht zu Beginn seiner Tätigkeit eine Bestallungsurkunde, § 56 Abs. 2 InsO. Diese weist ihn als Insolvenzverwalter für das Verfahren aus.

Gem. § 58 Abs. 1, Satz 1 InsO steht der Verwalter unter der Aufsicht des Gerichts.


Bei einer Unternehmensinsolvenz ist es für das Insolvenzgericht oftmals nicht möglich, über den gestellten Insolvenzantrag sofort zu entscheiden. Das Insolvenzgericht kann daher bis zur endgültigen Entscheidung über den Insolvenzantrag, im Interesse der Erhaltung der zukünftigen Insolvenzmasse, vorläufige Sicherungsmaßnahmen anordnen. In der Praxis bedeutsam, da häufig bei Unternehmensinsolvenzen häufig anzutreffen, ist dabei die sog. vorläufige Insolvenzverwaltung gem. § 22 InsO.

Bei dieser Sicherungsmaßnahme wird ein vorläufiger Insolvenzverwalter vom Gericht bestellt. Das Gericht regelt in dem Beschluss über die Bestellung auch die Rechtsstellung des vorläufigen Verwalters. Dabei kennt die Insolvenzordnung den vorläufigen Insolvenzverwalter ohne Verfügungsverbot und den vorläufigen Verwalter mit einem allgemeinen Verfügungsverbot.